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Digitale Nomaden 1x1: Geo Arbitrage - Mit wenig Geld wie ein König leben

Was würdest du sagen, wenn du ab heute wie ein Millionär im Überfluss leben könntest? Nicht auf Preise im Restaurant achten, großzügige Trinkgelder geben und vielleicht sogar ein bisschen protzen?

Klingt das für dich unrealistisch? Ja, sogar unerreichbar? Wie ein ferner, verschwommener Traum? Muss es aber gar nicht. Denn in diesem Teil des Digitale Nomaden 1×1 verrate ich dir, wie du allein durch die Wahl des richtigen Reiselandes wie ein König leben kannst, ohne dabei so reich wie einer sein zu müssen.

Was ist denn überhaupt ein Millionär? Jemand der mindestens eine Millionen auf dem Konto hat? Nun, in Indonesien entsprechen eine Millionen der Landeswährung gerade einmal rund 71 Euro, da dürfte es wohl für jeden machbar sein Millionär zu werden.

Die meisten Leute, die gerne Millionäre wären, wollen in Wirklichkeit einfach nur wie ein Millionär leben

Was du und ich unter einem Millionär verstehen, ist jemand, der sich alles leisten kann, was er will. Millionäre genießen das leckerste Essen (und zwar im Überfluss), fahren schnelle, teure Autos und wohnen in riesigen Häusern an faszinierenden Orten ohne sich großartig Gedanken über die Finanzierung zu machen.

Und wenn du das in Deutschland machen willst, dann brauchst du zweifelsohne eine Menge Geld. Schließlich sind in den Ländern der 1. Welt Essen, Autos und Häuser nicht gerade sehr günstig. Zu deinem Glück gibt es auf dieser Welt aber noch Länder, die noch nicht so weit entwickelt sind.

Länder, in denen das Leben einfacher und dadurch auch wesentlich günstiger ist. Wenn du in einem sehr günstigen Land bist, spielt dir die so genannte Geo Arbitrage in die Hände und du kannst gefühlt im Überfluss leben, während du gleichzeitig deinen Geldbeutel schonst.

Was ist Geo Arbitrage

Also was ist Geo Arbitrage genau? Schauen wir uns dazu doch einfach mal die Definition an. Diese Definition hier habe ich etwas gekürzt aus der Wikipedia übernommen.

Arbitrage ist in der Wirtschaft die ohne Risiko vorgenommene Ausnutzung von Kurs-, Zins- oder Preisunterschieden zum selben Zeitpunkt an verschiedenen Orten zum Zwecke der Gewinnmitnahme. Gegensatz ist die Spekulation, die diese Unterschiede innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausnutzt und deshalb mit Risiken behaftet ist.

Aha, es geht also darum, die Unterschiede von Preisen auszunutzen. Doch wie sieht das konkret in der Praxis aus? Nun, da gibt es viele verschiedene Beispiele, zu denen wir auch gleich kommen. Doch zuerst nochmal etwas zur Spekulation, damit du genau weißt, was (Geo) Arbitrage nicht ist.

Nehmen wir zum Beispiel ein Spekulationsgeschäft mit Währungen. Sagen wir, der Kurs von Euro zu Dollar ist 1:1,06. Du tauscht 10 Euro in 10,6 Dollar. Ein paar Tage später ist der Kurs des Euro gefallen und es steht nun 1:1. Tauschst du das Geld zurück hast du aus 10 Euro 10,60 Euro gemacht. Du spekulierst also auf fallende bzw. steigende Kurse um Gewinn zu machen.

Da Spekulation jedoch auch gehörig in die Hose gehen kann, suchen wir lieber nach Möglichkeiten Arbitrage-Geschäfte abzuschließen, denn diese sind schließlich risikolos. Zum Beispiel, wenn wir etwas outsourcen, wenn wir etwas kaufen oder verkaufen und wenn wir als digitale Nomaden um die Welt ziehen.

Dazu ein Beispiel für Arbitrage, wieder mit Währungen. Du siehst in einer Stadt 2 Geldwechselstuben. Eine bietet dir einen Wechselkurs Euro zu Dollar von 1:1,06 und die andere 1:1. Du könntest dir bei der ersten Bude ein paar Euro in Dollar wechseln und an der zweiten Bude zurück tauschen. Das eine risikofreie Ausnutzung von Preisunterschieden (sofern die Händler nicht kurzfristig ihre Preise ändern, aber ich denke du weißt was gemeint ist).

Geld hat keinen festen Wert. Es besitzt den Wert, den die Menschen ihm zutrauen

Ein Euro hat von sich aus keinen richtigen Wert, genau so wenig wie ein Baht oder Dollar. Das Material aus dem Geld gemacht ist, ist nicht sehr selten, noch ist es sonderlich wertvoll und heutzutage liegt das liebe Geld ja eh meist virtuell auf dem Onlinebanking-Konto herum. Wir Menschen sind es, die einer Währung ihren Wert geben.

Und da wir unterschiedlichen Währungen unterschiedlich viel Vertrauen, entstehen Gefälle die wir für uns nutzen können. Das in Kombination mit der Ausnutzung günstigerer Lebenshaltungskosten maximiert unsere Gewinnmitnahme bei Geo-Arbitrage-Geschäften.

Ein Beispiel: kostet ein Grafikdesigner in Deutschland eine gute Stange Geld, weil schließlich auch Designer etwas zu Essen und ein Dach über dem Kopf brauchen, so kosten Dach und Essen z. B. auf den Philippinen nur einen Bruchteil dessen, was sie in Deutschland kosten. Entsprechend weniger Geld braucht der philippinische Designer um über die Runden zu kommen. Ist dann der Wechselkurs von Euro zu philippinischen Peso noch recht günstig, sparst du noch mehr Geld.

Geo Arbitrage ist die Kunst, deine wertvollen Euros oder Dollar dort auszugeben, wo sie einen größten Wert haben als dort, wo du sie verdient hast.

Um als Millionär leben zu können, müssen wir im Prinzip nur auf kluge Weise die Geo Arbitrage ausnutzen. Zum Beispiel in dem wir in einem großen Haus am Strand einer Insel wohnen, auf der es dazu noch das ganze Jahr über warm ist, dafür jedoch weniger als für die enge Mietwohnung in Europa zahlen.

Noch ein Beispiel: Avocados. In Deutschland wachsen sie nicht und müssen recht teuer importiert werden. Das kostet viel Geld, wodurch die Avocado in Deutschland recht teuer ist. Für eine kleine Hass zahlt man schon mal einen Euro oder mehr. Gleichzeitig zahlt man in Paraguay nicht mal 75 Cent für Avocados – pro Kilo!

Du musst also nur dort hin gehen, wo alles etwas günstiger ist und schon kannst du mit dem gleichen Geld viel mehr kaufen. Besseres Essen, größere Häuser, schnelle Autos.

Wie kannst du Geo Arbitrage auf längere Zeit nutzen?

Um Geo Arbitrage auf längere Zeit ausnutzen zu können, brauchst du natürlich ein Einkommen, welches dir weitere wertvolle Währungen in die Haushaltskasse spült. Das kann im Prinzip auf zwei Arten passieren.

  • Passives Einkommen: Du hast ein passives Einkommen, welches dir Geld in die Kasse spült, selbst dann wenn du schläfst.
  • Aktives Einkommen: Du arbeitest aktiv für dein Einkommen, zum Beispiel als Angestellter oder als Selbstständiger.

Ersteres wäre natürlich der Idealfall, den so kannst du den ganzen Tag lang deinen Lieblingsbeschäftigungen nachgehen. Gerade für angehende digitale Nomaden, bei denen noch nicht so viel passives Einkommen vorhanden ist, bietet sich die zweite Möglichkeit an.

Wichtig ist nur, dass das Geld in starken Währungen (z. B. USD, EUR oder AUD) rein kommt und du es in schwachen Währungen (z. B. IDR, PYG oder THB) ausgibst. Du musst dafür aber nicht zwingend in Indonesien, Paraguay oder Thailand sein um von Geo Arbitrage zu profitieren. Auch wenn es definitiv etwas hat, wenn du in Thailand auf der Terrasse deines Strandbungalows sitzt und vom Laptop aus arbeitest.

Die zwei Arten Geo Arbitrage auszunutzen

Wie aus den Beispielen oben hervorgeht, gibt es nämlich zwei Möglichkeiten für dich, von Geo Arbitrage zu profitieren. Diese sind:

  • Günstigere Lebenshaltungskosten bei körperlicher Anwesenheit: Bei gleichen Ausgaben bekommst du viel mehr für dein Geld. Oder du bekommst den gleichen Standard bei niedrigeren Kosten. Wenn du in ein günstiges Land reist, kannst du leben wie ein König ohne mehr auszugeben, wie sonst oder du kannst mit weniger Geld über die Runden kommen, als es dir in Deutschland möglich ist. Das ist sehr praktisch, wenn du z. B. digitaler Nomade bist oder werden möchtest und noch nicht so viel Geld rein kommt.
  • Günstigere Arbeitskräfte und Produkte in Niedriglohnländern: Nur weil du nicht vor Ort sein willst oder kannst, heißt das nicht, dass du dir Geo Arbitrage nicht zu nutzen machen kannst. Indem du Arbeiten in günstige Länder auslagerst und Produkte dort kaufst oder herstellen lässt, wo es billiger ist, sparst du eine Menge Geld oder bekommst mehr für dein Geld geboten. Besonders beliebt ist das Outsourcing von Dienstleistungen wie Grafikdesign, Software Entwicklung aber auch die Herstellung von T-Shirts oder anderen Konsumgütern in Länder wie China oder Indien.

Bei letzterem ist das Schöne, dass man wesentlich entspannter an Verhandlungen heran gehen kann und man oft Win-Win-Situationen erhält, da der Anbieter mehr bekommt als man ihm im eigenen Land zahlen würde und man selbst weniger ausgibt, als für einen inländischen Arbeiter.

Doch es ist nicht alles Gold was glänzt

Doch Vorsicht ist geboten, willst du in ein günstiges Land reisen und dort eine Zeit lang leben. Es gilt Aufenthaltsbestimmungen zu beachten. Und du musst ja auch erst mal ins Land kommen, sprich es fallen Reisekosten an.

Rechnet man dann noch die Kosten für Versicherung und Visa hinzu, kann der Währungsvorteil schnell flöten gehen. Die Wahl des Landes will also wohl überlegt sein, und hängt nicht nur von der Höhe der reinen Lebenshaltungskosten ab.

Und nun?

Nun ja, wenn du dich mehr über passives Einkommen und die geschickte Ausnutzung von Geo Arbitrage lernen willst, empfehle ich dir unbedingt mal die 4 Stunden Woche zu lesen. Dort wird auf sehr charmante Weise näher auf die interessanten Prinzipien eingegangen.

Wenn du wissen willst, wo es sich besonders günstig leben lässt, wirf doch mal einen Blick in die Nomad List. Bist du hingegen auf der Suche nach günstigen Arbeitskräften, die dir einen Teil deiner Aufgaben abnehmen, damit du mehr Zeit zum Leben hast, kann ich dir die folgenden Seiten ans Herz legen:

  • Fiverr: Freelancer rund um den Globus bieten ihre Dienste ab $5 an. Ideal um z. B. Designarbeiten auszulagern und erste Erfahrungen zu sammeln. Bei $5 ist das Risiko überschaubar.
  • Brickwork: Eine Plattform, auf der man administrative Tätigkeiten und Aufgaben der IT nach Indien auslagern kann. Auch Recherchearbeiten können in gewissem Rahmen übernommen werden.
  • Onlinejobs: Philippinische Arbeiter bieten ihre Dienste auf Stundenbasis oder sogar zur Festanstellung an. Hier findet man vom Assistenten der Facebook Posts erstellt bis hin zum Projektmanager so gut wie jeden Job.
  • Upwork: Freelancer rund um den Globus. Hier findet man vor allem Programmierer, Designer und Content-Ersteller.
  • Freelancer: Der Name ist Programm. Hier findet man alle möglichen Freelancer.

Ich hoffe ich konnte dir auf verständliche Weise erklären, was es mit der Geo Arbitrage auf sich hält. Wenn du noch offene Frage dazu hast, schreib mir einfach einen Kommentar.



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