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Weekly Review #26

Wochenrückblick vom 10.07.17 – 16.07.17

Ein spontaner Landesverweis, ein neues Spielzeug, ein riesengroßer Schock und sehr wechselhaftes Wetter prägten diese Woche. Warum der Wochenrückblick heute erst am Donnerstag kommt, möchte ich dir gerne hier verraten.

Die Woche fing eigentlich sehr gut an. Auch in den letzten sieben Tagen hielt die Gutwetterfront weiter an und wir hatten Tageshöchstwerte von bis zu sagenhaften 30 Grad und das mitten im Winter. So war die fahrt nach Ciudad del Este sehr angenehm und obwohl wir schon morgens um kurz nach 8 los fuhren, mussten wir auf unserm Motorrad nicht frieren. In Ciudad del Este hatten wir zwei wichtige Dinge zu erledigen. Zum einen stand die Verlängerung unserer Aufenthaltsgenehmigung auf dem Plan, zum anderen wollten wir uns ein neues Spielzeug kaufen, mit dem wir schon seit einigen Monaten liebäugeln. Doch zuerst galt es das notwendiger Übel abzuhaken.

Wir gingen zum Grenzbüro, bei dem wir letztes Mal für günstige 100.000 Guarani (statt der online veranschlagten 356.000) pro Person die zusätzlichen 3 Monate Aufenthalt genehmigt bekamen. Dieses Mal erhielten wir jedoch lediglich einen Stempel (letztes Mal waren es vier) und man sagte uns, dass wir nun ausreisen müssten. Zuerst waren wir ein wenig perplex aber dann erklärte uns der Beamte, dass wir rüber nach Brasilien gehen, dort ein und wieder ausreisen sollen und anschließend auf der anderen Straßenseite wieder in Paraguay einreisen könnten.

Das taten wir dann auch. Zu Fuß ging es über die Brücke der Freundschaft. In Brasilien war genau so wenig los wie in Paraguay und so war die Einreise im nu erledigt. Lediglich einen Zettel mussten wir mit Namen, Passnummer und einigen weiteren unwichtigen Daten ausfüllen. Mit dem Einreisestempel gings dann auf die andere Straßenseite, wo wir in unter 2 Minuten wieder ausreisten. Dann watschelten wir erneut über die Brücke zurück nach Paraguay.

Das ganze Schauspiel hat dieses Mal zwar etwas länger gedauert, war dafür aber komplett kostenlos. Zur Belohnung gingen wir anschließend zu McDonald’s. Da wir dieses Jahr noch gar nicht bei Mäcces waren, wollten wir es uns noch einmal gönnen. Es sollte jedoch ein – wenn auch einkalkulierter – Fehler werden. Nach dem Bürger und den Nuggets, die wir kredenzten, war uns tierisch schlecht. Ne, dann doch lieber einen Beast Burger, der ist echt tausend Mal besser.

Anschließend kauften wir uns unser neues Spielzeug. Mit den Verdiensten unserer YouTube Kanäle, dieses Blogs sowie den Spenden unserer Reisepaten finanzierten wir gut die Hälfte unserer neuen DJI Mavic Pro Drohne. Die andere Hälfte legten wir aus eigener Tasche drauf, da ich diesen Monat ungewöhnlich hohe passive Einnahmen verzeichnen konnte und unsere Powerbanks mittlerweile auch fast alle verkauft wurden. So haben wir jetzt schon mal die Gelegenheit fliegen zu üben um dann bei unserem anstehenden Roadtrip richtig coole Aufnahmen zu machen.

Mitte der Woche geschah dann jedoch etwas sehr unerfreuliches. Wir wurden beklaut. Nicht unterwegs, nein, in den eigenen vier Wänden. Als wir morgens aufwachten und ins Wohnzimmer rüber gingen, stellten wir mit großer Verwunderung fest, dass die Tür offen stand und die Laptops fehlten. Zuerst dachte ich Annika verarscht mich, als mehrfach laut “Nein” schrie als sie ins Wohnzimmer ging (ich lag zu der Zeit noch im Bett). Doch es war leider kein Scherz.

Die Polizei kam aber die Aufnahme der Tat wirkte irgendwie sehr halbherzig. Fingerabdrücke wurden nicht genommen obwohl der oder die Diebe Annikas Kamera erst aus der Tasche nahmen, sie dann aber warum auch immer auf dem Bett liegen ließen und obwohl vier Leute anwesend waren (bei zweien bin ich mir nicht mal sicher ob es Polizisten waren), machte keiner Anstalten die Tat wirklich aufklären zu wollen.

Generell finden wir die Tat sehr verdächtig und merkwürdig. Warum? Nun zum einen fehlt lediglich das Bargeld, die Laptops und das iPad. Die nagelneue Drohne, die ebenfalls auf dem Tisch bei den Laptops lag, wurde hingegen genau wie all unsere Kameras liegen gelassen. Zuerst dachten wir auch, das Portemonnaie wäre weg doch wir fanden es später in der Küche.

Natürlich ging ich sofort rüber zu Freddy und Gisela um nach den Aufnahmen der Kameras zu fragen. Schließlich hängen aus gutem Grund zwei Kameras unter unserem Vordach. Aber wie der “Zufall” es so will, sind die Kameras seit einigen Tagen “kaputt” und keiner der Beiden hielt es für nötig und davon zu erzählen. Da frage ich mich doch: warum? Als wir einzogen gab es wohl schonmal Probleme mit den Kameras, denn an diesem Tag werkelten ein Techniker daran rum um sicher zu stellen, dass sie funktionierten.

Als wir Aurelia, welche übrigens immer noch in Spanien bei ihrer Schwester ist, fragten, ob wir nachts draußen das Licht ausschalten könnten, sagte sie, dass wir das auf keinen Fall tun sollten, damit die Kameras mögliche Diebe filmen könnten. Da haben wir also zwei Kameras, die angeblich seit einigen Tagen nichts aufnehmen und die dümmsten Diebe der Welt, die die teuerste Technik einfach stehen lassen. Für uns unbegreiflich, außer man hätte kein Interesse daran das Diebesgut zu verkaufen sondern lediglich vor es selber zu benutzen.

Als ich bei der Polizei war, Annika war zu Hause geblieben, sah sie wie Gisela bei uns herum schlich. Nicht so, wie sie normalerweise durch den Garten läuft sondern eher ein herum schawenzeln. Sie kam bis zu Küche und versuchte einen Blick ins Wohnzimmer zu werfen. Als sie Annika, die Gisela von drinnen beobachtete, entdeckte, wirkte sie irgendwie ertappt und schnappte sich einen nahestehenden Besen und fing an zu kehren, als wäre dies ihr Plan gewesen.

Wir haben ehrlich gesagt keine Ahnung ob sie es war. Einige Indizien sprechen dafür aber beweisen können wir natürlich nichts. Wir können es uns aber auch nicht erklären, warum die Kameras nicht zeitnah repariert wurden oder warum die Diebe die Hälfte der Wertsachen einfach stehen ließen. Wir hoffen nur, dass die Diebe so viel Freude haben wie wir mit den Sachen hatten.

Naja man muss auch mal die positiven Dinge sehen. So hatten wir eine Woche lang Zwangsurlaub. Ohne Laptop keine Arbeit und so verbrachten wir eine Woche damit Serien auf dem Android Tablet zu gucken, welches mir mein australischer Arbeitgeber zu Testzwecken überlassen hatte. Außerdem lasen wir viel, gingen fast jeden Tag spazieren und am Freitag, als es besonders warm war, unternahmen wir einen Ausflug zu einem nahe gelegenen See.

In der Sonne war es ganz schön warm aber wir waren weit und breit die einzigen Gäste im Aqua Nautic Club. Das Wasser war ziemlich kalt aber auszuhalten. Wir planschten ein wenig und fanden schließlich eine Stelle mit ganz vielen kleinen Fischen. Solche Fische wie sie bei asiatischen Schönheitssalons in Aquarien zur Fußpflege eingesetzt werden. Wir ließen uns einige Zeit lang an den Füßen knabbern, was ein echt witziges Gefühl ist, und fuhren dann nach Hause. Dort machten wir uns Chickenburger mit selbst gemachten Pommes. Ein ganz schöner Aufwand aber dafür auch besser als McDoof.

Zum krönenden Abschluss der Woche gabs dann noch mal einen Wetterumschwung. Natürlich, denn Annikas Untersuchungsergebnisse sollten am Montag kommen und immer wenn wir ins Krankenhaus müssen, regnet es. Es ist schon beeindruckend, wie schnell das Wetter hier umschwingen kann. Samstag Nachmittag spazierten wir noch in kurzer Hose und T-Shirt durch die Nachbarschaft und Sonntag Nachmittag froren wir gemeinsam zusammengekauert vorm Heizlüfter.

Die Kälte ist dabei nicht mal das größte Problem. Schlimmer sind die beschlagenen Scheiben. Als es vor ein paar Wochen so lange Zeit am Stück so kalt war und es viel geregnet hat, hatten wir schon einmal Schimmel im Schlafzimmer. Den sind wir zum Glück wieder los geworden aber ich fürchte, sollte es jetzt wieder länger so kalt werden und öfter regnen, könnte er wieder kommen. Drückt uns also die Daumen, dass das Wetter bald wieder besser wird. Für nächsten Sonntag sind jedenfalls schon wieder 28 Grad gemeldet.

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