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Weekly Review #31

Wochenrückblick vom 14.08.17 – 20.08.17

“Was bei uns in der vergangenen Woche los war, erzähle ich dir wie immer auch heute wieder im Wochenrückblick.”, würde Annika jetzt wie üblich schreiben. Doch diese Woche reiße ich einfach mal den Wochenrückblick an mich. Warum? Einfach so. Ich habe heute eh schon zwei Kapitel für mein erste Buch geschrieben – mehr Infos dazu wenns fertig ist – und da ich gerade so im Schreibfluss bin, dachte ich mir, ich mach mal eben fix auch den Wochenrückblick fertig.

Also, was gibts neues von uns? Hmm, nicht wirklich viel, wenn ich ehrlich bin. Es sind nur noch 10 Tage bis der Roadtrip startet und ich bin ehrlich gesagt ein klein wenig nervös. Wird alles klappen? Wird das Geld reichen? Wird das Motorrad mitspielen oder gibt es unterwegs seinen Geist auf? Eigentlich hat es ja erst 2000 km auf dem Tacho und sollte noch etwas halten. Auf der anderen Seite hat die Kiste 600 € gekostet, kann qualitativ also auch nicht das Nonplusultra sein.

Speaking about which, wir haben diese Woche versucht eine Versicherung fürs Ausland zu organisieren, da uns ein paraguaykundiger Leser des Blogs per E-Mail mitteilte, dass wir ohne “Grüne Karte”, die Carta Verde, nicht nach Argentinien fahren könnten. Gut, Argentinien ist nich direkt unser nächstes Reiseziel aber was für ein Land gilt, könnte ja auch fürs andere gelten, richtig?

Also klapperten wir eine Versicherung nach der anderen ab. Leder teilte man uns stets mit, dass entweder nur Autos versichert würden oder aber unser Motorrad einen zu geringen Wert für eine Versicherung hätte. Tja, das ist ja doof. Nun werden wir einfach auf gut Glück los fahren und hoffen, dass wir an der nächsten Grenze hinüber gelassen werden. Im Zweifel stellen wir uns einfach auf dumm. Das hat schon das ein oder andere Mal bei Problemen mit lokalen Behörden geholfen.

So wie damals auf Bali, als wir mit dem Roller auf dem Autostreifen an eine Mautstelle kamen und kurz vorher durch eine Lücke im Zaun noch schnell die Spur wechselten. Der Beamte wollte uns dafür dran kriegen – zugegeben wir hatten tatsächlich das entsprechende Schild im Eifer des Gefechts übersehen – aber ich vermute er wollte nur ein kleines Bestechungsgeld um sein mickriges Gehalt aufzubessern. Er sagte nämlich so etwas wie “Ihr könnt jetzt hier in Bar bezahlen oder ihr müsst aufs Revier”.

Er dachte wohl, dass er uns damit Angst machen konnte, denn meine Reaktion gefiel ihm gar nicht. Ich schlug nämlich vor direkt aufs Revier zu fahren und wo es denn sei und wann wir dort hin könnten. Nach kurzem hin und her – ich stellte mich besonders dumm und beharrte darauf aufs Revier zu fahren und sagte ich hätte nicht genügend Geld dabei – ließ er uns so passieren. Wir mussten nicht mal die Maut bezahlen.

Vielleicht ist die Grüne Karte ja gar nicht notwendig und der Leser hat da was verwechselt? Wer weiß, wir werden sehen. Wie sagt der Köllner: “Es hät noch immer jot jejange!”. Apropos Versicherung, als wir die erste Versicherung ansteuerten stellte sich heraus, dass der Mitarbeiter deutsch sprach. Was für ein Glück dachten wir zuerst. Als er mit uns anschließend 4 andere Versicherungen abklapperte und das Reden übernahm konnten wir unser Glück kaum noch fassen.

Doch die Rechnung kam, als wir uns anschließend wieder bei seiner Firma einfanden um online nach weiteren Filialen zu googeln. Falls du in Paraguay jemals gefragt wirst, ob du an Gott glaubst, dann sagst du Ja! Zumindest wenn du nicht vor hast über eine Stunde darüber belehrt zu werden, dass du “Jesus in dein Herz lassen musst”. Einmal angefangen, hörte Marcello gar nicht mehr auf darüber zu reden. Es war schon ein wenig unangenehm, mit welchem Nachdruck er uns dazu riet, wir müssen an Gott glauben und wir müssen Jesus folgen und er habe mit eigenen Augen schon die Macht von Gott gesehen.

Dabei erzählte er eine wirre Geschichte von seinem kranken Sohn und seiner geistig verwirrten Frau die irgendwie schlagartig wieder gesund wurden weil sie aufhörten Hass zu empfinden. Zugegeben, ich habe nur die Hälfte verstanden, weil sein Deutsch dann doch nicht so gut war und er seine Geschichte etwas durcheinander erzählte aber es war zu aufdringlich und mehr an Gott glaube ich nun auch nicht. Genesung seiner Familie hin oder her. Ich finde jeder soll glauben dürfen was er will und ich zwinge niemandem das auf, was ich glaube und möchte im Gegenzug auch nicht etwas aufgezwungen bekommen.

Soviel dazu. Was ist noch passiert? Ach ja, unser grüner Pool hat ein Todesopfer gefordert. Am Dienstag kam Gisela um den Pool ein bisschen zu reinigen. Mit einem Kescher (oder je nach dem woher du kommst auch Käscher) holte sie zuerst nur etwas Laub heraus. Doch dann fischte sie auf einmal eine große, fette, tote Ratte aus dem Wasser. Na lecker. Anschließend gab sie eine Packung Chlor ins Wasser und sogar die Pumpen liefen für einige Stunden. Das Wasser klarte soweit auf, dass man sogar den Boden wieder erkennen konnte. Das wars dann aber auch schon. Seit dem liefen die Pumpen auch nicht mehr und das Wasser wird schon wieder langsam trübe.

Macht aber nichts, denn das Wetter ist gerade eh so wechselhaft, dass Schwimmen flach fällt. Gut, an zwei Tagen war es wieder richtig warm und schwül aber ansonsten wechselt es zwischen Sturm und Gewitter. Gestern Abend hatten wir wieder ein besonders heftiges Exemplar eines Gewittersturms. Es hagelte sogar zwischenzeitlich. Der Regen- und Hagelschauer dauerte jedoch nur etwas zwei Stunden.

Dann war der Spuk auch schon wieder vorbei und binnen 30 Minuten war es wieder warm und der Boden trocken als wäre nie etwas passiert. Dafür blitze es in einiger Entfernung wieder wie wild am Himmel – jedoch ohne einen einzigen Donner. Diese Blitze-ohne-Donner-Gewitter sind echt seltsam und wir haben sie bisher auch nur hier in dieser Form erlebt. Es blitzt dabei im Sekundentakt, manchmal sogar mehrmals pro Sekunde und das bei vollkommener Stille. Irgendwie gruselig.

Ach so und letzten Sonntag hatte Gisela Geburtstag. Als Geschenk bekam sie den unglaublich süßen kleinen Bären Chester geschenkt. Da sie Montag nicht da war, durfte der kleine den Tag bei uns im Garten verbringen. Dort spielten wir ein wenig mit ihm und erkundete jeden Zentimeter des Grundstücks. Ein richtig knuddeliges Fellknäul, der kleine.

Freitag rafften wir uns endlich noch mal auf, weil wir ein paar Bilder der Umgebung schießen wollten. Wir fuhren erneut einfach mal auf gut Glück ins Blaue in der Hoffnung eine interessante Stelle – wie das kleine Waldstück mit dem Bach – zu finden. Wirklich fündig wurden wir dieses mal leider nicht. Nur ein kleines Waldstück weckte unser Interesse.

Ich ließ die Drohne steigen und Annika machte eine Timelapse. Leider war es ein wenig zu windig und die Batterie der Fernbedienung war schon fast alle. Hätte ich sie doch nur nach dem letzten Firmware-Update noch einmal aufgeladen. Na ja aber da es eh nichts wirklich spannendes zu sehen gab, machten wir uns relativ zügig wieder auf den Heimweg.

Auf selbigem legten wir jedoch noch einen kleinen Zwischenstop bei Lactolanda ein. Ein erneuter Tipp von Rainer riet uns den Shop der Milchwarenfabrik zu besuchen. Lactolanda ist einer der größten Milcherzeugnisproduzenten der Region, wenn nicht gar ganz Paraguays. Gegenüber der Fabrik auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Laden in dem man neben Joghurt, Milch und Käse auch Eis kaufen kann.

Oh und was für Eis. Feinstes, leckeres Softeis in 8 oder 9 Geschmacksrichtungen. Und nur 75 Cent für eine Waffel. Oder 2 Euro für ein halbes Kilo und 3,65 Euro fürs ganze Kilo in der praktischen Styropor-Box. Nachdem wir Freitag vom Geschmack angefixt wurden, holten wir uns samstags direkt ein ganzes Kilo. Dieses vernichteten wir auch gleich fachgerecht im Laufe des Tages. Danke Rainer. Erst das leckere Essen bei ALFF, wo wir auch heute wieder essen werden weil wir nich genügen Lebensmittel eingekauft und Sonntags alle Läden zu haben und jetzt das Eis von Lactolanda. Du bist schuld, dass wir auf unserer Reise doch noch dick werden.

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